Markermeer, Niederlande
Einfahrt zur Oranjesluizen
26.06.2011
© Alex Voglreiter

Verein Crew-Tauern
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Wie kamen die "Seefahrer" in den Pinzgau und nach Kaprun?

Im Spätherbst 1973 wurde im Zuge des ersten Theoriekurses für den Küstensegelschein (B-Schein) in Zell am See vom Zeller Bootsbaumeister Hans KERN sen., der dann auch der erste „Crewcommander“ wurde, und Prof. Claus KRIEGER aus Kufstein die CREW PINZGAU gegründet. Die später in CREW TAUERN umbenannte Vereinigung der Hochseeyachtsportler in unserer Region, war eine von mehreren Sektionen des österreichweit agierenden Yacht Club Austria mit Sitz zuerst in Kufstein und ab 1980 in Linz.

Eine Auseinandersetzung an einem wettergrauen Novemberabend 1981 in Zell am See zwischen Hans KERN und Ing. Wilhelm (Willi) FAZOKAS, letzterer Leiter des Kraftwerkes Kaprun, Bürgermeister, Direktor der Gletscherbahnen und selbst Segler sowie Eigner einer 12 m-Hochsee-Segelyacht, führte dazu, dass im Februar 1982 beginnend, der erste Theoriekurs für angehende Yachtkapitäne in Kaprun stattfand. Dies geschah formal unter den Fittichen der Wassersportsektion des Werksportklubs der Tauernkraftwerke (WSK).
Als Lehrer der ersten Stunde standen zur Verfügung: Dir. Ing. Willi FAZOKAS († 1990), Ing. Walter SCHENTZ   († 1994) der ehemalige Leiter der Wassersportsektion, Ing. Fritz BREITENSTEIN sein Nachfolger in dieser  Funktion sowie der seit 1978 in Kaprun ansässige und am Segelsport interessierte Arzt Dr. Franz BERGHOLD.

Nachdem es zunehmend Schwierigkeiten machte, die „Wassersportler“ mit Schwerpunkt Zellersee und die laufend immer mehr werdenden „Hochseesegler“ auseinander zu halten, gründete Fritz Breitenstein, mit Zustimmung des WSK-Vorstandes, Anfang 1987 eine eigene SEESEGLERSEKTION. Im April 1991 übernimmt er dann die CREW TAUERN des YCA mit 50 Mitgliedern, legt diese mit der Seeseglersektion (64 Mitglieder) zusammen und verlegt den Sitz der Crew offiziell nach Kaprun.

Ziele des Vereins

Im Pinzgau, Pongau, Bezirk Kitzbühel und im Zillertal nahmen die seefahrtsinteressierten Yachtsportler in den 80er Jahren merklich zu. Ursprünglich beschränkt auf eine kleine Gruppe elitärer Yachtbesitzer, entwickelte sich dieser Sport – wie dies auch bei einigen anderen Sportarten zu beobachten war – „in die Breite“.

Diese Entwicklung wurde u.a. erst durch das Entstehen von Leasingfirmen im Mittelmeer, besonders aber in der Adria möglich, welche Charteryachten um leistbare Preise wochenweise (oder auch länger) anboten.

Damit stieg auch die Notwendigkeit an fachspezifischer AUS- und WEITERBILDUNG in Theorie und Praxis, der Bedarf an seriöser einschlägiger INFORMATION, nach entsprechendem ERFAHRUNGSAUSTAUSCH sowie diversen SERVICELEISTUNGEN wie z.B. die Organisation und Durchführung sportspezifischer EVENTS. Und da Vereine Obacht geben müssen nicht zu „überaltern“, war auch eine effiziente JUGENDARBEIT unverzichtbar.

Siehe dazu auch unsere Ziele.

Aus- und Weiterbildung

Wie einleitend erwähnt, fand der erste Theoriekurs für Yacht-Schiffsführer in Kaprun im Frühjahr 1982 statt, dem bis 2014 dann noch 40 Kurse folgten, ehrenamtlich organisiert und gehalten von unseren Vereinsmitgliedern. Praxisausbildung sowie die anschließenden Praxisprüfungen fanden großteils in der Oberen Adria statt, anfangs auf der Yacht „STAM II“, einer Altura 42 von Ing. Fazokas, später auf, vom Verein gecharterten, Hochseeyachten.
In all diesen Jahren erwarben knapp 500 Kandidatinnen und Kandidaten über die Crew-Tauern ihr Yachtsportpatent – neun davon eines für „Weltweite Fahrt“.  

Kurse und Seminare der Fachgebiete Seefunkdienst (27/380), Astronomische Navigation (14/137), Bordmedizin, Motorbootfahren, RADAR, Wetterkunde und Sicherheit rundeten das Theorieangebot über all die Jahre ab.

Im Praxisbereich gab’s und gibt es, neben der Ausbildung zum Yachtführerschein für Schiffsführer z.B. die Möglichkeit, an jährlichen Skippertrainings teilzunehmen – wichtig für die Kenntnisauffrischung zu Saisonbeginn.

Jugendarbeit der Crew-Tauern

Der erste sogenannte JUGENDTÖRN fand in der Karwoche 1986 auf der kostenlos zur Verfügung gestellten Segelyacht „STAM II“ von Ing. Willi FAZOKAS in der nördlichen ADRIA statt - mit 7 Jugendlichen und Fritz Breitenstein als Schiffsführer.

27 Jahre später, in der Karwoche 2013 nahmen am 28. Jugendtörn 25 Jugendliche teil; im Alter zwischen 11 und 19 Jahren und zwar auf 6 kleineren Yachten, „bemuttert“ vom Begleitschiff „SEACLOUD“, einer Elan 43 unter dem Kommando des Eigners und Crewmitgliedes Martin ZEILER aus Graz – dies übrigens bereits zum 13. Mal.

Innerhalb des Zeitraumes von 28 Jahren haben insgesamt 168 Jugendliche an diesen, jährlich stattfindenden, Jugendtörns teilgenommen – manche bis zu 7-mal. Sechsundsiebzig davon haben im Anschluss daran selbst einen Yachtführerschein erworben, vier sogar einen für „Weltweite Fahrt“.

Um interessierten Kindern den Spaß am Segelsport möglichst früh nahe zu bringen, veranstaltet die Wassersportsektion des SV-AHP-Salzburg (ehemals WSK) auf Anregung der Seesegler hin, seit 1991 jährlich für eine größere Gruppe (15-25) von Kindern im Alter von 7 bis 12 Jahren eine Kindersegelwoche am Zellersee. Wenn ein Bub oder Mädchen dann mit 11 oder 12 Jahren einen Binnensegelschein (A-Schein) erworben hat, darf er oder sie im Jahr darauf am Jugendtörn teilnehmen.

Sportliches Regattasegeln ist gleichfalls eine wichtige Facette des Segelsports, gerade auch für die Jugend. Seit 1994 chartert die Crew-Tauern jährlich eine Hochseeyacht (und bezahlt sie auch), stellt diese jugendlichen Regattafreaks unter der Führung eines erfahrenen jungen Skippers oder einer Skipperin zur Verfügung, um ihnen so die Teilnahme an einer Hochseeregatta zu ermöglichen – Achtungserfolge bis sehr gute Ergebnisse brachten unsere „Jungen“ bisher fast jährlich mit nach Hause.

Übrigens, das erste Regattaboot mit einer „reinen“ Mädchenbesatzung (sprich Jung-Frauen-Crew) stellte österreichweit 1994 die Tauerncrew.

Weitere Aktivitäten

Seit 1984 fanden, immer in der Wintersaison, insgesamt fast 200 Abendveranstaltungen statt, großteils in Kaprun. Die Palette reichte von allgemeinem Erfahrungsaustausch über Fachvorträge bis hin zu Vortragsabenden bekannter Segler und Autoren wie Rollo Gebhard, Bobby Schenk, Norbert Sedlacek und die „Seenomaden“ Doris und Wolfgang.

Veranstaltungen sportlicher und geselliger Natur, wie die Organisation von Regatten bzw. Regattateilnahme, Flottillentörns, gemeinsame Sylvesterfeiern oder Sommerfeste u.ä. gehörten und gehören gleichfalls zu unseren Vereinsaktivitäten.

Nautische Fachliteratur und Seekarten, Grundlage einer seriösen Reiseberatung, welche ebenfalls eine Facette eines  Hochseevereines sind, befinden sich so wie auch Navigations- und Schulungsgerät im Eigentum der Crew-Tauern und stehen selbstverständlich leihweise den Klubmitgliedern zur Verfügung.

Seefahrer der Tauernregion in aller Welt

In den ersten Jahren war die bevorzugte Meeresregion unserer Mitglieder die Nördliche und Mittlere Adria, d.h. also die Küste Italiens und Kroatiens. Das Interesse für andere Seefahrtsgebiete wuchs mit der Zeit jedoch. Die Aktivitäten dehnten sich zunehmend über das ganze Mittelmeer aus - von der Türkischen Küste, der Ägäis, des Ionischen Meeres, Sizilien, Sardinien und Korsika bis hin zu den Balearen im westlichen Mittelmeer.

Und dann gab es kein Halten mehr. Kanaren, Madeira, Kapverden; Mitglieder der Tauerncrew überquerten nicht nur einmal den Atlantik – in beiden Richtungen – und machten „drüben“ die Karibik von Cuba bis Venezuela „unsicher“.

Irland, Schottland, die Ost- sowie die Nordsee, der Nordatlantik, einschließlich Grönland, und auch der nördlichste Punkt Europas, das Nordkap, sahen in Folge „Seefahrer“ der Crew-Tauern. Und zuletzt war 2013 Spitzbergen am 80ten Breitengrad Nord das Ziel einer Crew aus unserer Region.

Auch die südliche Halbkugel blieb nicht ganz verschont von unseren Mitgliedern. Eine Segelreise führte z.B. von Kapstadt über den Südatlantik nach Brasilien, 2011 umsegelten zwei Pinzgauer das Kap Hoorn, die gefürchtete Südspitze Südamerikas und – wie könnte es auch anders sein – war auch die Südsee des Pazifischen Ozeans Ziel einiger Seefahrer von uns.

Schon in den Jahren 1994 bis 1997 umrundeten Lore und Peter Scheiblbrandtner aus Niedernsill bzw. Zell am See die Welt auf ihrer 9,5 Meter Segelyacht „TIBURON 2“. Nach ihrer Rückkehr hielten sie im Kapruner Veranstaltungssaal einen spannenden und berührenden Lichtbildervortrag.

Auch Regattaerfolge konnte die Crew-Tauern in all den Jahren aufweisen. Bei fast allen Fahrtenschiffregatten in der Adria, sowie beim 1000-Seemeilen-Race, dem Ecker-Cup, der längsten Fahrtenschiffregatta Europas, waren Segler der Region dabei. Letztere wurde 1998 von Martin und Reinhold Zeiler, Mitglieder der Tauerncrew, und ihrem  Schiff „SEACLOUD“ gewonnen – das heißt erster in einem Feld von 56 Yachten! Auch die Klasse der Bavaria 47 wurde beim Round Palagruza Race 2012 von einer Runde aus großteils Crew-Tauern Seglern gewonnen.

Die „neue“ CREW-TAUERN

Ende 2010 legte Ing. Fritz Breitenstein nach fast 30 Jahren sein Amt in jüngere Hände.

Am 1. Dezember 2010 fand die Gründungsversammlung der neuen und vom Yacht Club Austria unabhängigen CREW-TAUERN im Hotel Orgler in Kaprun statt.

Die Zielsetzung deckt sich weitgehend mit der der seinerzeitigen Vereine Wasser- bzw. Seeseglersektion sowie  der „alten“ Crew Tauern, sodass sichergestellt ist, dass der Hochseeyachtsport in unserer Region auch zukünftig aktiv vertreten sein wird.

Den aktuellen Vorstand finden Sie hier.

Der Mitgliederstand zu Jahresbeginn 2014 betrug 250. Das Crew-Office (Vereinsbüro) befindet sich, wie schon in den letzten 15 Jahren, in der Parkstraße 7b in Kaprun, d.h. im Optimumgebäude. (Siehe auch Anfahrt)